|
Die Anlage eignet sich natürlich dazu, mit ihr einfach nur Musik zu hören, entspannt, stundenlang und in nahezu beliebiger Lautstärke, ohne ihre Zuhörer vorzeitig zu ermüden oder zu überfordern - es sei denn, durch gesundheitsgefährdende Pegel, falls diese zu Demon- strationszwecken einmal kurz abgerufen werden. Das können andere HiFi-Anlagen auch, in sofern ist das nichts Besonderes.
Uns dient diese Anlage in erster Linie zu dem Zweck, kleinste klangliche Nuancen aufzuspüren, die sich durch jedwede Veränderungen an eben dieser Anlage ergeben können, sei es nun durch den Austausch einer Komponente, das Wechseln eines Kabels oder durch das bloße Umdrehen - oder auch nur durch die etwas andere Positionierung - eines unter ein Gerät gestellten Spikes. Diese Fähigkeit wiederum setzt voraus, dass die gesamte Peripherie keinerlei vermeidbare störende Einflussgrößen mehr aufweist, die derart winzige klangliche Veränderungen maskieren oder gar völlig verdecken können.
Die Voraussetzungen hierzu wurden geschaffen, und es spielt für das klangliche Erlebnis - selbst bei gehobenen Ansprüchen - keine sonderlich große Rolle mehr, welche Komponenten hier zum Einsatz kommen. Mit einem anderen Verstärker in der Kette klingt es dann eben etwas anders, für den einen Hörer marginal gefälliger, für den nächsten Hörer minimal weniger angenehm. Diese eher geschmacklich orientierten Bewertungen der Variablen (CDP / Vollverstärker / Vorverstärker / Endverstärker / Kabel) spielen sich im Rahmen persönlicher Neigungen und Hörgewohnheiten ab; hier mag jeder sowohl nach seinem Gusto als auch nach seinem Geldbeutel entscheiden, welches Gerät für ihn letztlich das richtige ist. Die Konstanten der Anlage (Raumakustik, Stromversorgung, Rack, Spikes, Lautsprechersystem) bilden das Fundament, auf dem sich sogar einige preiswertere Komponenten auf einem klanglichen Niveau präsentieren, welches ihnen gemeinhin nicht zugeschrieben wird. Zugleich werden hierdurch die Schwächen entlarvt, die selbst teuren Geräten mit zum Teil klangvollen Namen zu eigen sind. Unten sehen Sie eine kleine Auswahl sowohl konzeptionell und preislich, als auch vom Alter her sehr unterschiedlicher Geräte und Kombinationen, die wir bei dem oben zu sehenden Testaufbau verwendet haben:
CD - Player Vollverstärker Vorverstärker Endverstärker
Audio Sculpture Lecteur Final Arts PPS - -
Audio Sculpture Lecteur Restek Challenger - -
Cayin CDT - 17A Cayin A - 300B
Cayin CDT - 17A - Audible Illusion Modulus Omtec CA 60
Cayin CDT - 17A Bryston BP 20 Omtec CA 60
Cayin CDT - 17A Bryston BP 20 Brinkmann Mono
...und andere Kombinationen, jeweils zusammen gestellt mit diesen neun Geräte...
Wenig erstaunlich war für uns im Ergebnis, dass die jeweiligen Gesamtketten in unserem Hörraum auf hohem Niveau spielten. Aber mit nur zwei der denkbaren Kombinationen war es uns möglich, die imaginäre Grenze (siehe Philosophie) tatsächlich zu überschreiten. Bei allen anderen Versuchen, die wir ebenfalls durchgeführt haben, spielte die Anlage so stimmig und schlüssig, dass die allermeisten HiFi - Freunde damit sicherlich vorerst zufrieden gewesen wären. Mehr aber auch nicht...!
Dieses Beispiel soll verdeutlichen, warum wir zu der Überzeugung gelangt sind, dass die willkürliche Zusammenstellung hochwertiger HiFi - Geräte in der Regel zum Scheitern verurteilt ist, wenn es um höchste Ansprüche geht. Hinzu kommt, dass ein typischer HiFi - Freund zu Versuchszwecken kaum auf einen derart großen Fundus an Geräten zurückgreifen kann, über den gut sortierte Händler nun einmal verfügen. Selbstredend, dass bei einer Kette, die nach vielen Versuchen und mit etwas Glück im Hörraum eines Musikliebhabers endlich oberhalb besagter Grenze aufspielt, nichts mehr verändert oder ausgetauscht werden sollte, um das Ergebnis nicht wieder zu gefährden.
|